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31. Januar 2020 Zugriffe: 142

5G-Strahlung: Wie gefährlich ist Mobilfunk?

Jeder will ein gutes Handynetz, doch wenn es um neue Masten geht, gibt es immer häufiger Proteste. Kritiker sprechen von gesundheitsgefährdender Strahlung. Ist die wirklich so schädlich? Darüber gibt es allerorts Streit.

Erst am vergangenen Samstag machten Mobilfunkgegner in München mobil - vor allem gegen die Einführung des neuen 5G-Netzes. Die Demonstranten sind besorgt: "Das ist ein Experiment, von dem keiner weiß, wie es ausgeht. Ich fürchte um meine Gesundheit. Ich möchte gern noch lange leben." Die Demonstranten sind eine Minderheit. Mobilfunkausbau ist heute eigentlich politischer Konsens. Und doch gibt es beim Ausbau vor Ort immer wieder Probleme.

Funkmast auf Ackerfeld

Diese Erfahrung macht auch Max Paulus aus Bruckberg in Niederbayern. Er hat eine Anfrage erhalten, ob auf seinem Feld ein Mast gebaut werden könne, um ein Funkloch zu schließen. Sein Problem:

"Wenn ein Mast kommen soll, finden sich sofort Kritiker, die sagen: Mein Gott, das hat ja negative Auswirkungen." Max Paulus, Bruckberg

Er will erst die Meinungen seiner Mitbürger hören und ahnt, dass es schwierig werden könnte.

180 Professoren gegen Mobilfunkausbau

Einen Appell gegen Mobilfunk und besonders gegen 5G haben über 180 Professoren und Doktoren aus aller Welt unterschrieben. Prof. Klaus Buchner, Physiker und Europaabgeordneter, ist einer von ihnen. Er sagt:

"Die Politik lässt sich von der Werbung und von anderen Dingen überzeugen. Aber ich bin Wissenschaftler. Ich will von der Wissenschaft her betrachten, wo die Gefahren sind. Die sind eindeutig belegt." Prof. Klaus Buchner, Physiker und Europaabgeordneter

Gesundheitsrisiko durch Mobilfunk?

Eine andere Meinung hat Prof. Martin Röösli von der Universität Basel. Auch er sieht noch Forschungsbedarf zu 5G-Sendeanlagen. Nach heutigem Stand könne man ein Gesundheitsrisiko durch Mobilfunk aber nicht nachweisen. Außerdem: Mehr Masten bedeuten weniger Belastung am Ohr. Zum mobilfunkkritischen Aufruf seiner Kollegen sagt Röösli:

"Das ist eine Minderheitenmeinung, die es in jedem Forschungsgebiet gibt. Diese Art von Wissenschaftler sind praktisch nicht auf Fachkongressen vertreten." Prof. Martin Röösli, Universität Basel

Wenn man die Fakten anschaue, so Röösli, spreche wenig für diesen Aufruf.

Weniger Strahlung durch besseren Empfang

Mehr Masten entlasten Menschen, die telefonieren, von Strahlung. Denn in Funklöchern geht das Handy selbst auf volle Sendeleistung. Das bedeutet Strahlung direkt am Körper. Ist das Netz geschlossen, gibt es besseren Empfang und damit weniger Strahlung. Der Faktor betrage eine Million. Professor Röösli sagt:

"Eine Million. Man muss sich das mal vorstellen. Das heißt, wenn man das Handy für eine Minute benutzt bei schlechten Bedingungen, hat man gleich so viel Strahlung, als ob man das Handy ein ganzes Jahr ans Ohr kleben würde." Prof. Martin Röösli, Universität Basel

Menschen fühlen sich durch Mobilfunkstrahlung krank

Bei der Demonstration in München fühlen sich aber viele Menschen bereits jetzt massiv durch Mobilfunk geschädigt. Ein Teilnehmer sagt: "Unser Schlafzimmer ist abgeschirmt, wir haben eine Abschirmdecke, wenn wir im Hotel schlafen. Ich habe mein Messgerät dabei." Diese Menschen bezeichnen sich als elektrosensibel.

Professor Buchner erklärt:

"Die Leute sind eine Minderheit, weniger als ein Prozent. Aber es ist eine schützenswerte Minderheit. Jetzt die Funklöcher zu schließen, ist ein Verbrechen gegen diese Minderheit." Prof. Klaus Buchner, Physiker und Europaabgeordneter

Auch Professor Röösli räumt durchaus ein:

"Diese Leute haben auf jeden Fall Gesundheitsprobleme, das ist nicht von der Hand zu weisen." Prof. Martin Röösli, Universität Basel

Mobilfunkstrahlung: Studien weisen keine Schäden nach

Dennoch sei es so, dass die Wissenschaft diese Probleme nicht als direkte Folge der Strahlung nachvollziehen kann. Professor Röösli erklärt:

"Man hat es x-fach untersucht. Also, die Probanden gehen ins Labor und werden einmal bestrahlt und einmal nicht. Und in all diesen Studien konnte man nicht nachweisen, dass jemand unmittelbar auf diese Strahlen reagiert." Prof. Martin Röösli, Universität Basel

Trotz dieser Studien trifft Mobilfunkausbau auf Widerstand. Das musste auch Max Paulus in Bruckberg erfahren:

"Die Leute sehen es überwiegend ein. Mit ‚einsehen‘ meine ich, das Risiko ist tragbar. Es ist kalkulierbar. Weil die Wissenschaft in der überwiegenden Zahl sagt, es ist okay. Aber jetzt kommt halt das mit den Mindermeinungen. Hauptsächlich im Internet …"Max Paulus, Bruckberg

Max Paulus hat noch nicht entschieden, ob er einen Funkmast auf seinem Feld aufstellen lässt.

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